In der Welt der Startups und Gründer dreht sich heutzutage fast alles um digitale Ökosysteme, Software-as-a-Service oder die nächste revolutionäre App. Doch während wir uns in virtuellen Welten bewegen, vergessen wir oft eine ganz fundamentale Wahrheit: Unsere physische Realität vom Smartphone in unserer Tasche bis hin zu den Trägern der Brücken, über die wir fahren besteht aus Rohstoffen. Und diese Rohstoffe sind endlich.
Hier tritt ein Unternehmen auf den Plan, das beweist, dass echte Innovation oft dort stattfindet, wo man anpackt und sich die Hände schmutzig macht. Die Pietsch Rohstoffe GmbH ist weit mehr als ein klassischer Entsorgungsbetrieb. Das Unternehmen ist ein moderner Architekt der Kreislaufwirtschaft. In einer Zeit, in der Ressourcenknappheit kein Schreckensszenario mehr ist, sondern tägliche Realität für die Industrie, wird das Recycling von Metallen und Schrott zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Wer durch die Tore des Betriebs am Niederrhein blickt, sieht keinen bloßen „Schrottplatz“. Man sieht ein hochkomplexes Logistikzentrum, in dem Materialien nicht einfach nur gelagert, sondern präzise analysiert, getrennt und für ihre Wiedergeburt in der Industrie vorbereitet werden. Es ist ein Business der harten Fakten, der schweren Maschinen und der millimetergenauen Kalkulation.
Doch hinter den tonnenschweren Containern und den riesigen Baggerarmen steckt vor allem eine unternehmerische Vision. Es geht darum, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus eines Produkts zu übernehmen. Pietsch Rohstoffe zeigt im heutigen Gründertalk, wie man eine vermeintlich „alte“ Branche mit frischem Geist, moderner Logistik und einem unerschütterlichen Fokus auf Nachhaltigkeit in das 21. Jahrhundert führt.
Lassen Sie uns gemeinsam eintauchen in ein Interview über den Mut zur Nische, die Logistik hinter der Kreislaufwirtschaft und die Frage, warum Recycling heute das vielleicht wichtigste Business-Modell unserer Zeit ist.
Der Mut zum Schwergewicht: Warum gerade Rohstoffe?
Gründertalk:
In einer Gründerwelt, die oft von digitalen Dienstleistungen dominiert wird, haben Sie sich für ein sehr physisches Business entschieden. Was gab den Ausschlag, ausgerechnet in die Rohstoffbranche einzusteigen, und welche speziellen Hürden mussten Sie überwinden, um sich in diesem kapitalintensiven Markt mit schweren Maschinen und großen Flächen zu behaupten?
Geschäftsführung der Pietsch Rohstoffe GmbH:
Der Ausschlag, in die Rohstoffbranche einzusteigen, kam vor allem aus der Erkenntnis, dass viele Märkte bereits stark von digitalen Dienstleistungen besetzt sind, während im Bereich der physischen Rohstoffe weiterhin eine konstante und grundlegende Nachfrage besteht. Baustoffe, Recyclingmaterialien oder mineralische Rohstoffe werden unabhängig von digitalen Trends immer benötigt insbesondere in der Bau- und Infrastrukturbranche. Diese Stabilität und die Möglichkeit, einen realen, greifbaren Wert zu schaffen, haben mich stark motiviert.
Natürlich bringt diese Branche ganz andere Herausforderungen mit sich als ein digitales Start-up. Eine der größten Hürden ist der hohe Kapitalbedarf. Maschinen, Fahrzeuge, Flächen, Genehmigungen und Logistik erfordern von Anfang an erhebliche Investitionen. Dazu kommt, dass Genehmigungsprozesse, Umweltauflagen und behördliche Vorgaben oft komplex und zeitaufwendig sind.
Um sich in diesem Umfeld zu behaupten, war es entscheidend, strategisch zu planen und Schritt für Schritt zu wachsen. Das bedeutet zum Beispiel, Partnerschaften mit erfahrenen Akteuren der Branche aufzubauen, Finanzierungen sorgfältig zu strukturieren und von Beginn an effizient mit Ressourcen umzugehen. Gleichzeitig war es wichtig, moderne Ansätze etwa in der Digitalisierung von Prozessen, im Flottenmanagement oder in der Materialverwertung zu integrieren, um sich von traditionellen Marktteilnehmern abzuheben.
Rückblickend war der Einstieg anspruchsvoll, aber gerade die Kombination aus langfristiger Nachfrage, realer Wertschöpfung und der Möglichkeit, eine eher traditionelle Branche mit neuen Ideen zu modernisieren, macht dieses Geschäftsfeld für mich besonders spannend.
Die Logistik der Kreislaufwirtschaft: Präsenz am Niederrhein
Gründertalk:
Effizienz im Recycling steht und fällt mit der Erreichbarkeit und dem Transport. Wie wichtig ist die regionale Tiefe für Ihr Geschäftsmodell, und welche strategische Rolle spielt dabei ein zuverlässiger Containerdienst in Emmerich am Rhein, um den Stoffkreislauf zwischen lokalen Industriebetrieben, privaten Haushalten und der globalen Wiederverwertung ohne Zeitverlust zu schließen?
Geschäftsführung der Pietsch Rohstoffe GmbH:
Die regionale Tiefe ist für unser Geschäftsmodell ein entscheidender Faktor. Recycling funktioniert nur dann effizient, wenn Materialströme schnell, planbar und möglichst ohne lange Transportwege bewegt werden können. Je näher wir an unseren Kunden also Industriebetrieben, Handwerksfirmen und privaten Haushalten sind, desto schneller können Abfälle abgeholt, sortiert und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Kurze Wege bedeuten dabei nicht nur geringere Kosten, sondern auch eine deutlich bessere ökologische Bilanz.
Gerade deshalb spielt ein zuverlässiger Containerdienst in Emmerich am Rhein eine strategische Rolle. Er bildet praktisch die Schnittstelle zwischen den lokalen Abfallerzeugern und den weiteren Verarbeitungsschritten im Recyclingprozess. Wenn Container flexibel bereitgestellt, schnell ausgetauscht und termingerecht abgeholt werden, können Materialien wie Bauschutt, Metalle oder Holz ohne Verzögerung gesammelt und zur Aufbereitung weitergeleitet werden.
Darüber hinaus stärkt ein regional gut aufgestellter Containerdienst die Vernetzung mit lokalen Unternehmen und Kommunen. Industriebetriebe können ihre Produktionsreste effizient entsorgen, Bauunternehmen haben eine verlässliche Lösung für Baustellenabfälle und private Haushalte können ebenfalls unkompliziert größere Mengen entsorgen. Diese regionale Infrastruktur sorgt dafür, dass Wertstoffe nicht verloren gehen, sondern möglichst schnell wieder in den globalen Recycling- und Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden.
Am Ende ist genau diese Kombination aus regionaler Präsenz, logistischer Zuverlässigkeit und effizienter Materialsteuerung der Schlüssel, um Recycling wirtschaftlich und nachhaltig zugleich zu betreiben. Ein starker Containerdienst vor Ort ist daher kein Nebenbestandteil, sondern ein zentraler Baustein, der den gesamten Stoffkreislauf stabil und ohne Zeitverlust am Laufen hält.
Wertschöpfung statt Wegwerfkultur: Das neue Image
Gründertalk:
Früher galt der Schrotthandel oft als bloße Resteverwertung, heute ist er das Rückgrat der Industrie. Wie haben Sie den Wandel zum modernen Rohstoffmanagement erlebt, und wie kommunizieren Sie Ihren Kunden, dass Abfall eigentlich eine wertvolle Ressource ist, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch einen enormen Impact auf die Bilanz hat?
Geschäftsführung der Pietsch Rohstoffe GmbH:
Den Wandel im Schrotthandel habe ich sehr deutlich miterlebt. Früher wurde Schrott oft tatsächlich nur als „Reststoff“ gesehen etwas, das entsorgt werden musste, nachdem der eigentliche Produktionsprozess abgeschlossen war. Heute hat sich diese Perspektive grundlegend verändert. Durch steigende Rohstoffpreise, strengere Umweltauflagen und ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist Schrott zu einem zentralen Bestandteil der industriellen Rohstoffversorgung geworden. Viele Metalle und Materialien können nahezu vollständig wiederverwertet werden und ersetzen damit Primärrohstoffe aus dem Bergbau. Dadurch ist der Schrotthandel heute viel stärker datengetrieben, logistisch optimiert und eng mit der Industrie vernetzt.
Für uns bedeutet modernes Rohstoffmanagement vor allem, Materialströme intelligent zu steuern: sortieren, aufbereiten, qualitätsgesichert lagern und gezielt wieder in die Produktion zurückführen. Statt nur Abfälle abzuholen, übernehmen wir heute eine aktive Rolle im Ressourcenmanagement unserer Kunden.
In der Kommunikation mit unseren Kunden versuche ich deshalb, die Perspektive zu verändern. Ich spreche nicht mehr nur über „Entsorgung“, sondern über Wertstoffmanagement. Viele Unternehmen unterschätzen zunächst, welchen wirtschaftlichen Wert ihre Produktionsreste oder Metallschrotte tatsächlich haben. Wenn man ihnen zeigt, dass sauber getrennte Materialien höhere Erlöse erzielen, Transportkosten reduzieren und gleichzeitig die CO₂-Bilanz verbessern, entsteht schnell ein anderes Verständnis.
Ein wichtiger Punkt ist dabei auch Transparenz: Wir erklären, was mit den Materialien nach der Abholung passiert, wie sie aufbereitet werden und wie sie wieder in industrielle Prozesse zurückfließen. Sobald Kunden sehen, dass ihr „Abfall“ beispielsweise wieder zu Stahl, Aluminium oder anderen Industrieprodukten wird, erkennen sie den tatsächlichen Wert des Stoffkreislaufs.
Am Ende geht es also um einen Perspektivwechsel: Abfall ist kein Ende eines Prozesses, sondern der Anfang eines neuen Rohstoffkreislaufs. Wer das versteht, profitiert doppelt wirtschaftlich durch den Wert der Materialien und ökologisch durch eine deutlich bessere Ressourceneffizienz.
Die Technik hinter dem Trennen: Innovation im Maschinenpark
Gründertalk:
Recycling auf hohem Niveau erfordert heute weit mehr als nur das Sammeln von Metallen. Welche Rolle spielen technologische Innovationen und moderne Sortierverfahren in Ihrem Betrieb, um die Reinheit der Sekundärrohstoffe zu garantieren, und wie entscheiden Sie, wann der richtige Zeitpunkt für Investitionen in neue, kostspielige Anlagen gekommen ist?
Geschäftsführung der Pietsch Rohstoffe GmbH:
Technologische Innovationen spielen heute eine zentrale Rolle im modernen Recyclingbetrieb. Während früher vor allem das Sammeln und Weiterverkaufen von Metallen im Fokus stand, geht es heute darum, Materialien möglichst präzise zu analysieren, zu trennen und in hoher Reinheit wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Die Industrie verlangt zunehmend exakt definierte Qualitäten, weil Sekundärrohstoffe direkt wieder in industrielle Prozesse etwa in Stahlwerke oder Gießereien eingespeist werden.
Moderne Sortierverfahren helfen dabei enorm. Dazu gehören beispielsweise sensorbasierte Sortiertechnologien, Magnet- und Wirbelstromabscheider, Röntgen- oder Nahinfrarot-Systeme, mit denen unterschiedliche Metalle und Materialien automatisch erkannt und getrennt werden können. Diese Technologien ermöglichen es, gemischte Stoffströme wesentlich präziser aufzubereiten als noch vor einigen Jahren. Das Ergebnis sind hochreine Sekundärrohstoffe, die für die Industrie deutlich wertvoller sind und gleichzeitig die Recyclingquote erhöhen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Digitalisierung von Prozessen. Moderne Anlagen sind heute häufig mit Datenerfassung und Analyse verbunden, sodass Materialströme besser nachvollzogen und optimiert werden können. Dadurch lassen sich Effizienzsteigerungen erzielen, Ausschuss reduzieren und die Qualität konstant hoch halten.
Die Entscheidung für Investitionen in neue Anlagen ist allerdings immer strategisch. Da solche Technologien oft sehr kapitalintensiv sind, betrachten wir mehrere Faktoren gleichzeitig: die Entwicklung der Rohstoffpreise, die Nachfrage der Industrie nach bestimmten Qualitäten, regulatorische Veränderungen und natürlich die langfristige Auslastung der Anlage.
Der richtige Zeitpunkt ist meist dann erreicht, wenn sich zwei Dinge überschneiden: ein klarer technologischer Vorteil gegenüber bestehenden Verfahren und eine stabile Nachfrage nach höherwertigen Recyclingmaterialien. Wenn eine neue Anlage also nicht nur die Qualität verbessert, sondern auch wirtschaftlich über mehrere Jahre hinweg Mehrwert schafft, wird die Investition sinnvoll.
Letztlich geht es darum, eine Balance zu finden: Innovationen früh genug zu nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, aber gleichzeitig Investitionen so zu timen, dass sie langfristig tragfähig sind sowohl wirtschaftlich als auch im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.
Unternehmertum im volatilen Markt: Preisschwankungen meistern
Gründertalk:
Die Preise für Kupfer, Stahl und Aluminium werden an den Weltbörsen gemacht und schwanken oft täglich. Wie steuert man ein mittelständisches Unternehmen durch diese Unsicherheiten, und welche Management-Strategien nutzen Sie, um trotz der globalen Marktdynamik langfristige Planungssicherheit für Ihre Mitarbeiter und Ihre eigene Expansion zu gewährleisten?
Geschäftsführung der Pietsch Rohstoffe GmbH:
Die starke Volatilität bei Rohstoffpreisen gehört in unserer Branche zum Alltag. Preise für Kupfer, Stahl oder Aluminium werden an internationalen Börsen bestimmt und können sich teilweise innerhalb weniger Tage deutlich verändern. Für ein mittelständisches Unternehmen bedeutet das, dass man sehr strukturiert arbeiten muss, um diese Schwankungen zu managen und trotzdem Stabilität im Betrieb zu gewährleisten.
Ein zentraler Ansatz ist dabei ein sehr aktives Marktmonitoring. Wir beobachten kontinuierlich die Entwicklungen an den Rohstoffbörsen, analysieren Nachfrage aus Industrie und Bauwirtschaft und berücksichtigen geopolitische sowie wirtschaftliche Trends. Auf dieser Grundlage können wir unsere Einkaufs- und Verkaufsentscheidungen zeitlich besser steuern und Preisschwankungen zumindest teilweise abfedern.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Diversifizierung der Materialströme und Kundenstrukturen. Wenn ein Unternehmen nicht nur von einem einzelnen Material oder einer Branche abhängig ist, lassen sich Risiken deutlich besser verteilen. Schwächelt beispielsweise der Stahlmarkt, können andere Materialien oder Absatzmärkte diese Entwicklung teilweise ausgleichen.
Ebenso entscheidend sind langfristige Partnerschaften mit Industrieunternehmen und Abnehmern. Viele Geschäfte werden nicht ausschließlich kurzfristig zum Tagespreis abgewickelt, sondern basieren auf stabilen Geschäftsbeziehungen und planbaren Materialmengen. Diese Verlässlichkeit hilft sowohl uns als auch unseren Partnern bei der Planung.
Intern spielt außerdem ein vorsichtiges Finanz- und Investitionsmanagement eine große Rolle. Expansion erfolgt in der Regel schrittweise und auf Basis realistischer Marktprognosen. Rücklagen, solide Liquiditätsplanung und eine gesunde Kostenstruktur sorgen dafür, dass kurzfristige Marktschwankungen nicht sofort zu operativen Problemen führen.
Für die Mitarbeiter ist vor allem Stabilität im operativen Geschäft wichtig. Deshalb versuchen wir, kurzfristige Marktbewegungen nicht direkt auf die Organisation durchschlagen zu lassen. Klare Prozesse, langfristige Unternehmensziele und kontinuierliche Investitionen in Infrastruktur und Technik schaffen Vertrauen und Planungssicherheit.
Am Ende besteht erfolgreiches Management in dieser Branche darin, globale Marktdynamik zu akzeptieren, Risiken aktiv zu steuern und gleichzeitig langfristig zu denken. Wer flexibel reagiert, stabile Partnerschaften pflegt und wirtschaftlich diszipliniert arbeitet, kann auch in einem sehr volatilen Rohstoffmarkt nachhaltig wachsen.
Verantwortung und Nachhaltigkeit: Grüner Stahl aus Emmerich
Gründertalk:
Die Industrie steht unter enormem Druck, CO2-neutral zu werden, was ohne Recycling unmöglich ist. Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Enabler für andere Unternehmen, die ihre Klimaziele erreichen wollen, und gibt es Momente, in denen Sie spüren, dass Ihr Handeln einen direkten positiven Effekt auf die Umweltbilanz der Region hat?
Geschäftsführung der Pietsch Rohstoffe GmbH:
Die Industrie kann ihre Klimaziele nur erreichen, wenn sie den Anteil an Sekundärrohstoffen deutlich erhöht und genau an dieser Stelle verstehen wir unsere Rolle als Enabler der Kreislaufwirtschaft. Recycling reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen aus Bergbau und energieintensiver Produktion erheblich. Zum Beispiel benötigt die Herstellung von Metall aus recyceltem Material oft nur einen Bruchteil der Energie im Vergleich zur Gewinnung aus Erz. Indem wir Materialien sammeln, sortieren, aufbereiten und wieder in die industrielle Wertschöpfungskette zurückführen, schaffen wir also die Grundlage dafür, dass andere Unternehmen ihre CO₂-Bilanz messbar verbessern können.
Für viele unserer Kunden sind wir heute nicht mehr nur ein Entsorgungsdienstleister, sondern ein Partner im Ressourcen- und Nachhaltigkeitsmanagement. Wir unterstützen sie dabei, Stoffströme besser zu trennen, Recyclingquoten zu erhöhen und Materialien so aufzubereiten, dass sie wieder direkt in Produktionsprozesse eingesetzt werden können. Dadurch können Unternehmen nicht nur Kosten senken, sondern auch ihren ökologischen Fußabdruck deutlich reduzieren was wiederum für ESG-Berichte, Klimastrategien und regulatorische Anforderungen immer wichtiger wird.
Es gibt tatsächlich Momente, in denen man den positiven Effekt sehr direkt spürt. Das passiert zum Beispiel, wenn große Mengen Metall oder Baustoffe aus regionalen Projekten nicht auf Deponien landen, sondern wieder als Rohstoff in den Kreislauf zurückgeführt werden. Wenn man sieht, dass Material aus einer Baustelle, einem Industrieumbau oder einer Produktionsanlage kurze Zeit später wieder als Ausgangsstoff für neue Produkte genutzt wird, wird der Nutzen der Kreislaufwirtschaft sehr greifbar.
Auch auf regionaler Ebene merkt man den Unterschied: kürzere Transportwege, weniger Deponieabfälle und eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen tragen dazu bei, die Umweltbilanz einer Region messbar zu verbessern. In solchen Momenten wird klar, dass Recycling nicht nur ein wirtschaftliches Geschäft ist, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Transformation hin zu einer klimafreundlichen Industrie.
Am Ende verstehen wir unsere Arbeit deshalb als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Nachhaltigkeit: Wir sorgen dafür, dass aus vermeintlichem Abfall wieder wertvolle Rohstoffe werden und helfen damit anderen Unternehmen, ihre Klimaziele realistisch zu erreichen.
Vision 2030: die Zukunft der Pietsch Rohstoffe GmbH
Gründertalk:
Wenn Sie auf die kommenden Jahre blicken: Wo soll die Reise für Pietsch Rohstoffe hingehen? Welche Trends im Bereich der Kreislaufwirtschaft beobachten Sie aktuell besonders genau, und wie bereiten Sie Ihr Team darauf vor, auch in einer zunehmend digitalisierten und automatisierten Recyclingwelt der erste Ansprechpartner am Niederrhein zu bleiben?
Geschäftsführung der Pietsch Rohstoffe GmbH:
Wenn ich auf die kommenden Jahre blicke, sehe ich für Pietsch Rohstoffe vor allem eine klare Entwicklung: vom klassischen Entsorgungsunternehmen hin zu einem regionalen Rohstoff- und Kreislaufwirtschaftspartner. Unser Ziel ist es, am Niederrhein nicht nur Materialien zu sammeln und zu transportieren, sondern aktiv daran mitzuwirken, dass Wertstoffe möglichst effizient wieder in industrielle Kreisläufe zurückgeführt werden. Das bedeutet Wachstum aber vor allem auch eine stärkere Spezialisierung auf hochwertige Aufbereitung, intelligente Logistik und nachhaltige Stoffkreisläufe.
Ein Trend, den wir besonders genau beobachten, ist die Digitalisierung der Recyclingbranche. Digitale Technologien verändern bereits heute viele Prozesse von der Routenplanung im Containerdienst bis zur Analyse von Materialströmen. Sensoren, Datenplattformen und künstliche Intelligenz ermöglichen es beispielsweise, Containerfüllstände zu überwachen und Transportwege effizienter zu planen, wodurch unnötige Fahrten und Emissionen reduziert werden können. Gleichzeitig spielen Daten in der Kreislaufwirtschaft eine immer größere Rolle, etwa um Materialien entlang der gesamten Wertschöpfungskette besser nachverfolgen und recyceln zu können.
Ein zweiter wichtiger Trend ist die technologische Weiterentwicklung der Sortierung und Aufbereitung. KI-gestützte Sortiersysteme, sensorgestützte Anlagen und automatisierte Prozesse ermöglichen eine deutlich präzisere Trennung von Materialien. Dadurch entstehen Sekundärrohstoffe in höherer Qualität, die von der Industrie direkt wieder eingesetzt werden können. Für Recyclingunternehmen bedeutet das: Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss kontinuierlich in Technik und Know-how investieren.
Gleichzeitig verändert sich auch die Rolle der Recyclingunternehmen selbst. Die Kreislaufwirtschaft entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Bestandteil der Industriepolitik und der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie. Unternehmen stehen unter Druck, mehr recycelte Materialien einzusetzen und ihre Lieferketten transparenter zu gestalten. Das eröffnet für Betriebe wie unseren große Chancen, weil wir genau an der Schnittstelle zwischen Abfallerzeugern, Recyclingtechnik und industriellen Abnehmern arbeiten.
Um unser Team auf diese Entwicklung vorzubereiten, setzen wir auf drei Dinge:
- Kontinuierliche Weiterbildung, damit unsere Mitarbeiter sowohl mit moderner Technik als auch mit neuen regulatorischen Anforderungen umgehen können.
- Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung, um Prozesse effizienter und transparenter zu machen.
- Starke regionale Netzwerke, denn gerade in der Kreislaufwirtschaft entscheidet oft die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Bauwirtschaft, Kommunen und Recyclingbetrieben über den Erfolg.
Unser Anspruch ist es deshalb, auch in Zukunft der erste Ansprechpartner für Recycling und Rohstoffmanagement am Niederrhein zu bleiben. Das gelingt nur, wenn man Tradition und Innovation verbindet: die regionale Nähe zu Kunden bewahren, gleichzeitig aber offen für neue Technologien, neue Materialien und neue Geschäftsmodelle sein.
Am Ende ist die Vision relativ klar: Wir wollen nicht nur Abfälle bewegen, sondern Rohstoffkreisläufe gestalten regional verankert, technologisch modern und wirtschaftlich nachhaltig.
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