Wie gelingt es einem Handwerksbetrieb, fast neun Jahrzehnte relevant zu bleiben, ohne den Anschluss an moderne Anforderungen zu verlieren? Bei der Holzbau Fersch GmbH aus Starnberg-Percha liegt die Antwort in einer klaren Haltung: traditionelle Handwerkskunst mit zeitgemäßen Verfahren und persönlicher Kundennähe zu verbinden. Im Gespräch erklärt Geschäftsführer Hubert Fersch, wie dieser Ausgleich zwischen Tradition und Moderne im Alltag seines Familienunternehmens aussieht.
Zur Person und zum Unternehmen
Gründertalk: Herr Fersch, stellen Sie sich und Ihre Rolle im Unternehmen kurz vor?
Hubert Fersch: Ich bin Hubert Fersch, Geschäftsführer der Holzbau Fersch GmbH. Unser Betrieb hat seinen Sitz in Starnberg-Percha, ganz in der Nähe von München. Als eingetragener Meisterbetrieb sind wir sowohl für die Tätigkeit als Zimmerer als auch als Dachdecker bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern geführt. Rechtlich sind wir als GmbH organisiert und im Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen. Diese Struktur gibt unseren Kunden Sicherheit, dass sie es mit einem geprüften und seriösen Fachbetrieb zu tun haben.
Gründertalk: Können Sie die Holzbau Fersch GmbH kurz beschreiben?
Hubert Fersch: Wir sind ein inhabergeführter Familienbetrieb, der sich auf Holzbau in seiner ganzen Breite spezialisiert hat. Von der klassischen Zimmerei über Schreinerarbeiten bis hin zu Dach- und Modernisierungsprojekten decken wir viele Gewerke aus einer Hand ab. Unser Einzugsgebiet konzentriert sich auf Starnberg, Percha und die Region München, wo wir seit Jahrzehnten für Bauherren tätig sind. Dabei legen wir Wert darauf, jedes Projekt persönlich zu begleiten, statt einzelne Gewerke isoliert abzuwickeln.
Tradition seit 1935 wie der Betrieb gewachsen ist
Gründertalk: Was bedeutet die Firmengeschichte seit 1935 für die heutige Arbeit?
Hubert Fersch: Unser Unternehmen wurde 1935 gegründet und wird bis heute als Familienbetrieb geführt. Diese lange Geschichte prägt, wie wir arbeiten: Wir denken nicht in kurzfristigen Aufträgen, sondern in langfristigen Beziehungen zu unseren Kunden und zur Region. Über die Generationen hinweg haben wir gelernt, dass Verlässlichkeit und handwerkliche Sorgfalt die Basis für jedes erfolgreiche Bauprojekt sind. Wer sich einen aktuellen Eindruck von unserer Arbeit verschaffen möchte, kann die Zimmerei in München entdecken und dort nachvollziehen, wie sich unsere Tradition mit heutigen Anforderungen verbindet.
Gründertalk: Was hat sich über die Jahrzehnte verändert, was ist geblieben?
Hubert Fersch: Verändert hat sich vor allem die Technik: Wir arbeiten heute mit modernen Werkzeugen, digitaler Planung und nachhaltigen Baumaterialien, die es vor Jahrzehnten in dieser Form noch nicht gab. Geblieben ist der Anspruch an präzise, handwerklich saubere Ausführung und der persönliche Kontakt zu unseren Auftraggebern. Auch die Ausrichtung auf die Region Starnberg, Percha und München hat sich über die Jahre nicht verändert, wohl aber das Spektrum der Leistungen, das wir mittlerweile abdecken. So ist aus einem klassischen Zimmereibetrieb ein Unternehmen geworden, das viele Gewerke rund um Holz und Dach unter einem Dach vereint.
Leistungen aus einer Hand: von der Zimmerei bis zum Gerüstbau
Gründertalk: Welches Leistungsspektrum deckt der Betrieb heute ab?
Hubert Fersch: Unser Angebot reicht von Zimmerei und Schreinerei über Holzhausbau bis zu Arbeiten an See-Bauwerken, was in unserer Region an den Seen rund um Starnberg durchaus gefragt ist. Im Dachbereich bieten wir Dach-Komplettlösungen, Dach-Anhebungen sowie Dach- und Spenglerarbeiten an. Ergänzend übernehmen wir Modernisierungen von Wohnraum und Gebäudehülle sowie den kompletten Gerüstbau für unsere Projekte. Über unseren Velux-Dachfensterkonfigurator können Bauherren zudem passende Dachfenster individuell zusammenstellen und sich vorab ein Bild von möglichen Lösungen machen. Diese Bandbreite erlaubt es uns, ein Bauvorhaben von der ersten Idee bis zur Fertigstellung aus einer Hand zu begleiten, ohne dass Kunden mehrere Gewerke separat koordinieren müssen.
Gründertalk: Gibt es eine Spezialisierung, die den Betrieb von anderen unterscheidet?
Hubert Fersch: Eine Besonderheit sind sicher unsere See-Bauwerke, also Arbeiten an Stegen, Bootshäusern und ähnlichen Konstruktionen direkt am Wasser. Das ist im Vergleich zu klassischen Zimmerei- und Dachbauleistungen eine eher seltene Nische, die sich aus der Lage unseres Betriebs am Starnberger See ergibt. Solche Projekte verlangen neben handwerklichem Können auch ein gutes Verständnis für die besonderen Anforderungen am Wasser, etwa bei Feuchtigkeit und Witterung. Dass wir dieses Wissen mit unserem breiten übrigen Leistungsspektrum kombinieren können, unterscheidet uns von reinen Fachbetrieben, die sich nur auf ein einzelnes Gewerk konzentrieren.
Handwerkliche Qualität, Nachhaltigkeit und individuelle Beratung
Gründertalk: Wie wichtig sind nachhaltige Materialien und wohngesunde Bauweise für Ihre Arbeit?
Hubert Fersch: Nachhaltigkeit spielt bei uns eine zentrale Rolle, weil Holz als Baustoff von Natur aus ökologische Vorteile bietet, wenn er richtig verarbeitet wird. Wir setzen bewusst auf Materialien, die langlebig sind und zu einem gesunden Wohnklima beitragen, statt kurzfristig günstige Lösungen zu wählen. Gleichzeitig kombinieren wir traditionelle Verarbeitungsweisen mit modernen, energieeffizienten Verfahren, um Gebäude entstehen zu lassen, die auch in Jahrzehnten noch überzeugen. Für uns bedeutet wohngesundes Bauen, dass sich Bewohner in ihren eigenen vier Wänden langfristig wohlfühlen, nicht nur direkt nach der Übergabe.
Gründertalk: Wie sieht die Zusammenarbeit mit Bauherren konkret aus?
Hubert Fersch: Jedes Projekt beginnt bei uns mit einem persönlichen Gespräch, in dem wir die Wünsche und Anforderungen der Bauherren genau verstehen wollen. Darauf aufbauend planen wir gemeinsam die einzelnen Schritte, von der ersten Idee über die Ausführung bis zur Übergabe. Wir sehen uns dabei nicht nur als ausführenden Handwerksbetrieb, sondern als Partner, der während des gesamten Bauvorhabens ansprechbar bleibt. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit ist uns wichtig, weil Bauprojekte oft über Monate laufen und Vertrauen auf beiden Seiten voraussetzen.
Ausblick: Rat für Bauherren und Gründer im Handwerk
Gründertalk: Was raten Sie jungen Handwerksbetrieben oder Nachfolgern, die Kontinuität aufbauen wollen?
Hubert Fersch: Aus unserer Erfahrung zählt vor allem, dass man nicht stehen bleibt, sondern sich immer wieder an neue Anforderungen anpasst, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren. Wer einen Betrieb über Generationen weiterführen will, sollte in solide handwerkliche Ausbildung investieren und gleichzeitig offen für neue Techniken und Materialien bleiben. Genauso wichtig ist aus meiner Sicht der enge Kontakt zu Kunden und zur Region, denn Vertrauen entsteht über Jahre, nicht über einzelne Projekte. Nachfolgerinnen und Nachfolger sollten sich außerdem bewusst machen, dass Kontinuität kein Selbstläufer ist, sondern aktiv gepflegt werden muss.
Gründertalk: Wie können sich Bauherren am besten an Ihren Betrieb wenden?
Hubert Fersch: Interessierte Bauherren erreichen uns direkt über unsere Kontaktdaten auf der Firmenwebseite oder telefonisch, um ein erstes Gespräch zu vereinbaren. Am Anfang steht meist eine unverbindliche Besprechung, in der wir Anforderungen und mögliche Lösungswege abstecken. Von dort aus entwickeln wir gemeinsam mit den Bauherren einen konkreten Plan für ihr jeweiliges Vorhaben.
Das Gespräch mit Hubert Fersch zeigt, wie ein traditionsreicher Handwerksbetrieb Kontinuität und Wandel miteinander verbinden kann. Auch andere von Gründertalk vorgestellte Betriebe wie der Malermeister HZ aus Kolbermoor zeigen, wie Handwerksunternehmen Tradition und Moderne verbinden. Für Gründerinnen und Gründer, die selbst über Nachfolge oder langfristige Positionierung nachdenken, liefert die Geschichte der Holzbau Fersch GmbH ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich handwerkliche Tradition und moderne Anforderungen über Jahrzehnte hinweg vereinen lassen.
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