Worauf sollten Kleinunternehmer und Selbstständige bei einem Finanzberater aus Regensburg achten? Franz Müller, der in Regensburg Privatpersonen und Kleinunternehmer berät, setzt nach eigener Aussage konsequent auf Unabhängigkeit. Im Gespräch erklärt er, warum Altersvorsorge, Arbeitskraftabsicherung und eine saubere Trennung von privaten und betrieblichen Finanzen früh auf die Agenda gehören und woran Sie einen guten Berater erkennen.
Gründertalk: Herr Müller, viele Kleinunternehmer schieben das Thema Finanzen lange vor sich her. Was beobachten Sie in Ihrer Praxis?
Franz Müller: Das ist ein Muster, das ich häufig sehe. In der Anfangsphase steht die Geschäftsidee im Vordergrund, dann die ersten Kunden, dann die Steuer. Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit oder eine saubere Trennung zwischen privaten und betrieblichen Finanzen kommen oft erst nach einigen Jahren auf den Tisch und manchmal ist dann schon Zeit verloren. Mein Rat: Gehen Sie das Thema spätestens im ersten Geschäftsjahr ernsthaft an, auch wenn die Beträge noch klein wirken.
Gründertalk: Sie positionieren sich als Finanzberater aus Regensburg, der unabhängig arbeitet. Was bedeutet das konkret?
Franz Müller: Unabhängig heißt für mich, dass ich an keinen Produktgeber gebunden bin und keine Vorgaben habe, bestimmte Tarife zu vermitteln. Ich schaue mir Ihre Situation an – Einkommen, Verpflichtungen, Familie, Ziele und prüfe dann den Markt. Das hat einen praktischen Effekt: Wenn jemand bereits eine sinnvolle Police hat, empfehle ich, sie zu behalten. Bei einem provisionsgetriebenen Vertrieb wäre der Anreiz oft, etwas Neues abzuschließen.
Gründertalk: Welche Fehler sehen Sie bei Kleinunternehmern besonders häufig?
Franz Müller: Drei Punkte fallen mir sofort ein. Erstens: Die Arbeitskraft wird selten ausreichend abgesichert. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige besonders wichtig, weil sie nicht automatisch über einen Arbeitgeber abgesichert sind. Zweitens: Es wird zu viel Liquidität auf dem Geschäftskonto gehalten, ohne dass Rücklagen für Steuern oder Investitionen klar getrennt sind. Drittens: Die private Altersvorsorge wird aufgeschoben mit dem Argument, später mehr investieren zu können. Das ist aus meiner Erfahrung fast immer ein Nachteil, weil der Zinseszinseffekt Zeit braucht, um zu wirken.
Gründertalk: Wie läuft eine Erstberatung bei Ihnen ab?
Franz Müller: Das erste Gespräch dient dem Kennenlernen und der Bestandsaufnahme. Ich höre zu, frage nach Ihren Zielen und schaue mir bestehende Verträge an. Daraus entsteht ein Überblick, den viele Kunden so zum ersten Mal sehen. Erst danach besprechen wir, welche Schritte sinnvoll sind. Wichtig ist mir, dass Sie am Ende selbst entscheiden meine Aufgabe ist, die Grundlagen verständlich zu machen.
Gründertalk: Sie bieten auch Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung an. Warum gehört das in eine Finanzberatung?
Franz Müller: Weil es im Ernstfall direkt mit den Finanzen verbunden ist. Wenn ein Selbstständiger nach einem Unfall handlungsunfähig ist und keine Vollmacht existiert, kommt niemand ohne Weiteres an die Konten, an die Verträge, an die laufenden Verpflichtungen. In solchen Fällen kann eine gerichtlich angeordnete Betreuung notwendig werden, was Zeit kostet. Wer ein kleines Unternehmen führt, sollte diese Dokumente früh aufsetzen unabhängig vom Alter.
Gründertalk: Welche Rolle spielen Sachwerte und Immobilien in Ihrer Beratung?
Franz Müller: Sie sind ein Baustein, kein Allheilmittel. Immobilien können für den Vermögensaufbau sinnvoll sein, wenn Lage, Finanzierung und persönliche Lebenssituation passen. Edelmetalle sehe ich eher als Beimischung zur Risikostreuung, nicht als Renditeobjekt. Entscheidend ist, dass ein Investment zur Gesamtstrategie passt und nicht isoliert betrachtet wird.
Checkliste: Worauf Sie als Kleinunternehmer bei der Auswahl eines Finanzberaters achten sollten
- Vergütungsmodell: Provision, Honorar oder Mischmodell offen erfragen.
- Produktbindung: Ist der Berater an bestimmte Anbieter gebunden?
- Qualifikation: Berufsabschluss, Weiterbildungen sowie die jeweils erforderliche gewerberechtliche Erlaubnis (z. B. nach § 34d GewO für Versicherungsvermittlung, § 34f GewO für Finanzanlagenvermittlung oder § 34h GewO für Honorar-Finanzanlagenberatung).
- Beratungsumfang: Wird die Gesamtsituation betrachtet oder nur ein Produkt verkauft?
- Dokumentation: Schriftliches Beratungsprotokoll und nachvollziehbare Empfehlungen.
Gründertalk: Zum Abschluss: Was raten Sie jemandem, der gerade ein kleines Unternehmen aufgebaut hat?
Franz Müller: Trennen Sie betriebliche und private Finanzen sauber. Sichern Sie Ihre Arbeitskraft ab, bevor Sie über Rendite nachdenken. Und holen Sie sich für die Bereiche, in denen Sie sich nicht auskennen, jemanden ins Boot, der unabhängig prüft, statt verkauft. Eine Stunde Beratung am Anfang kann später viel Geld sparen das gilt für die kleine Agentur genauso wie für den Handwerksbetrieb.
Franz Müller berät von seinem Büro in der Hermann-Köhl-Straße in Regensburg aus Privatpersonen und Kleinunternehmer. Schwerpunkte sind unabhängige Finanzplanung, Altersvorsorge, Vermögensaufbau sowie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
Quelle: Foto von Pexels
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