Wie Fussboden Killinger traditionelle Expertise zur regionalen Marktführerschaft in Oberbayern skalierte

Das deutsche Handwerk genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Doch viele Betriebe kämpfen mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: Fachkräftemangel, Digitalisierung und der Spagat zwischen Tradition und Innovation. Gerade in diesem Spannungsfeld entstehen aber auch bemerkenswerte Erfolgsgeschichten.

Eine solche Geschichte schreibt Fussboden Killinger. Das Unternehmen hat es geschafft, seine Expertise nicht nur zu bewahren, sondern den traditionellen Bodenleger-Beruf in Oberbayern neu zu definieren. Sie haben verstanden, dass auch ein Handwerksbetrieb klare unternehmerische Strategien, modernes Marketing und ein starkes Team benötigt, um zu wachsen.

Wir von Gründertalk wollten wissen, wie dieser Wandel gelang. In diesem Interview blicken wir hinter die Kulissen des Betriebs und sprechen über die Entscheidungen, die Fussboden Killinger zum regionalen Marktführer gemacht haben. Es geht um Strategien zur Mitarbeiterbindung, die Rolle der Digitalisierung und die Kunst, Wachstum mit höchster Handwerksqualität zu vereinen.

Die Fragen an den Experten

Markteinstieg & Lokale Vision

Gründertalk: 

Jedes erfolgreiche Unternehmen beginnt mit einer klaren Vision. Was war die ursprüngliche unternehmerische Philosophie, als der Betrieb gegründet wurde, und wie ist es gelungen, sich im regionalen Markt für Parkett in Miesbach bei Rosenheim von einem traditionellen Handwerksbetrieb zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen zu entwickeln?

Florian Killinger: 

Am Anfang stand eine sehr einfache, aber kraftvolle Vision: Wir wollten das traditionelle Parketthandwerk mit echter Serviceorientierung verbinden und Böden schaffen, die nicht nur Räume verschönern, sondern Menschen langfristige Freude bereiten. Unsere Unternehmerische Philosophie basierte von Beginn an auf drei Grundsätzen: Handwerkliche Qualität ohne Kompromisse, ehrliche Beratung und ein partnerschaftlicher Umgang mit Kunden, Lieferanten und unseren Mitarbeitern. 

Diese Werte haben uns von einem klassischen Handwerksbetrieb hin zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen geführt. Wir sind regional verwurzelt geblieben. Der Raum Rosenheim und Miesbach ist nicht nur unser Markt, sondern unsere Heimat. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Architekten, Bauunternehmen und privaten Bauherren hat uns geholfen, Trends frühzeitig zu erkennen und kontinuierlich innovative Lösungen rund um Parkett und hochwertige Bodenbeläge anzubieten.

So konnten wir Schritt für Schritt wachsen  ohne unsere handwerklichen Wurzeln zu verlieren, aber mit dem Anspruch, unseren Kunden heute weit mehr zu bieten als “ nur” Parkett: einen kompletten Service rund um das Thema Boden.

Wettbewerbsvorteil im Handwerk

Gründertalk: 

Der Bau und Handwerksmarkt ist durch intensiven Preiswettbewerb gekennzeichnet. Welche strategischen Entscheidungen hat Fussboden Killinger getroffen, um sich primär über die Qualität und das umfassende Kundenerlebnis zu positionieren, anstatt in den reinen Preiskampf mit überregionalen Anbietern einzusteigen?

Florian Killinger: 

Tatsächlich ist der Preiswettbewerb im Bau und Handwerksmarkt enorm  besonders durch überregionale Anbieter, die oft mit sehr günstigen Konditionen auftreten. Für uns war deshalb früh klar, wenn wir uns darauf einlassen, verlieren wir am Ende alle  vor allem die Qualität. Unser Weg war ein anderer. Wir haben bewusst strategische Entscheidungen getroffen, um uns über Kompetenz, Verlässlichkeit und ein rundum positives Kundenerlebnis zu positionieren.

Wir setzen auf echtes Fachwissen und spezialisierte Ausführung, legen Wert auf hochwertige Materialien und stabile Partnerschaften. Unser Leistungsangebot ist konsequent auf Service ausgerichtet. Diese Kombination aus Qualität, Nähe, Service und Fachkompetenz macht uns weniger austauschbar.

Personalgewinnung & Ausbildung

Gründertalk: 

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften ist eine der größten Herausforderungen für das deutsche Handwerk. Welche innovativen Strategien verfolgt der Betrieb, um qualifizierte Bodenleger zu gewinnen, auszubilden und langfristig an sich zu binden, um die hohe Servicequalität nachhaltig zu sichern?

Florian Killinger: 

Der Fachkräftemangel trifft das deutsche Handwerk seit Jahren hart  und gerade im Bodenleger Bereich ist der Wettbewerb um gute Leute enorm. 

Für uns war deshalb früh klar, dass wir unsere Stärken selbst aufbauen müssen  durch Ausbildung in unserem Betrieb, gezielte Entwicklung der einzelnen Mitarbeiter und eine Unternehmenskultur, die langfristig bindet.

Als aktives Mitglied der Innung für Parkett und Fußbodentechnik München/Oberbayern ist für mich die Ausbildung ein zentraler Baustein. Wir investieren bewusst in den eigenen Nachwuchs; Kooperationen mit Schulen, Praktika und einen hochwertige und strukturierte Lehrlingsbetreuung. Das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen  unsere Auszubildenden haben mehrfach Landes  und Kammer Siege errungen. Darauf bin ich sehr stolz. 

Wer gute Leute halten will, muss ein Umfeld bieten, in dem sie gerne arbeiten: moderne Arbeitsmittel, faire Bezahlung, Respekt, verlässliche Strukturen und ein Team, das zusammenhält.

Digitalisierung im Handwerk

Gründertalk: 

Digitalisierung betrifft auch das traditionelle Handwerk. Wie hat das Unternehmen digitale Werkzeuge  von CRM-Systemen bis hin zu Kunden-Visualisierungstools  erfolgreich in seine traditionellen Handwerksprozesse integriert, um interne Effizienz und die Kundenzufriedenheit merklich zu steigern?

Die Leitung von Fussboden Killinger: 

Digitalisierung betrifft auch das Handwerk  aber wir bleiben sehr traditionell und setzen Sie nur gezielt ein. Wir wollen unsere Kunden nicht mit zu vielen digitalen Tools oder komplexen Visualisierungen überfordern. Für uns steht weiterhin die persönliche Beratung vor Ort im Mittelpunkt.

Dennoch kann sich jeder Kunde oder Interessierte auf unserer Homepage mit einem 3D-Rundgang in unserem großen Showroom umsehen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen oder sich zu informieren.

Bei uns liegt der Fokus darauf, dass der Kunde versteht, was er bekommt.

Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell

Gründertalk: 

Nachhaltigkeit ist mehr als ein Trend. Wie wird der Einsatz ökologischer und langlebiger Materialien im Geschäftsmodell verankert, und inwiefern schafft diese Verpflichtung zur Nachhaltigkeit einen messbaren Mehrwert und einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz?

Florian Killinger: 

Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend und keine Marketingfloskel, sondern ein fester Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Als Parkett & Bodenlegerbetrieb arbeiten wir mit Materialien, die Räume oft über Jahrzehnte prägen  deshalb tragen wir eine besondere Verantwortung für Langlebigkeit, Gesundheit und Umweltverträglichkeit. 

Wir arbeiten bevorzugt mit Hölzern aus zertifizierter, nachhaltiger Landwirtschaft, emissionsarmen Klebstoffen und langlebigen Oberflächenbehandlungen. 

Unser Geschäftsmodell beinhaltet  Kunden bewusst zu langlebigen Lösungen zu beraten, zudem bieten Reparatur, Schleif und Aufbereitungsarbeiten an.

Und ja  Nachhaltigkeit ist auch ein klarer Wettbewerbsvorteil. Unsere Erfahrung zeigt, wer nachhaltig und hochwertig baut, baut nicht nur ökologischer  sondern langfristig auch wirtschaftlicher.

Wachstum & Skalierung

Gründertalk: 

Die Expansion von einem lokalen Standort in die umliegenden, größeren Märkte (wie den Raum München) erfordert klare Wachstumsstrategien. Welche Schritte waren entscheidend, um die Marke erfolgreich über den Kernmarkt hinaus zu skalieren, ohne dabei die persönliche Handwerksqualität zu verlieren?

Florian Killinger: 

Unsere Expansion über unsere Region hinaus  insbesondere Richtung München, aber auch deutschlandweit und in die Nachbarländer wie Österreich, war natürlich kein spontaner Schritt, sondern das Ergebnis unserer qualitativ hochwertigen Arbeit und den damit verbundenen Ruf, den wir uns aufgebaut haben. 

Wir sind kontrolliert gewachsen, aber nicht um jeden Preis. Jeder neue Schritt, jedes neue Projekt wurde erst gegangen, wenn das Team, die Prozesse und die Ressourcen dafür bereit waren. So konnten wir jederzeit sicherstellen, dass wir trotz Expansion unsere persönliche Handschrift, die saubere Ausführung und die Nähe zum Kunden nicht verlieren.

Die Zukunft des Bodenbelags

Gründertalk: 

Mit Blick auf die Zukunft: Welche Innovationen, sei es im Bereich intelligenter Böden, neuer Verlegetechniken oder der Kundeninteraktion, sieht der Betrieb als die wichtigsten Entwicklungen für die Bodenleger-Branche in den nächsten fünf bis zehn Jahren an?

Florian Killinger: 

Mit Blick in die Zukunft sehen wir für die Bodenleger,Branche neue Verlegetechniken und Materialinnovationen. Die Branche entwickelt sich hin zu effizienten, langlebigen und nachhaltigen Lösungen. Schnellere Verlegetechniken, modulare Systeme oder innovative Oberflächenbehandlungen werden Handwerk und Planung verändern wir sehen hier großes Potential, Prozesse zu optimieren, Qualität zu steigern und die Projekte für den Kunden noch komfortabler zu gestalten.




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