Interview mit Christina Pfennig von Wittenburg Bestattungen: „Würdevoller Abschied ist Handwerk und Haltung zugleich“

Ein Bestattungsinstitut zu führen, verlangt Einfühlungsvermögen und klare unternehmerische Disziplin zugleich: Prozesse müssen sitzen, Erreichbarkeit ist nicht verhandelbar, und der Umgang mit Menschen entscheidet über die Reputation. Im Gespräch erzählt Christina Pfennig, Inhaberin von Wittenburg Bestattungen aus Berlin, wie sie ihren Betrieb führt und warum respektvolle Bestattungen in Berlin-Treptow mehr verlangen als reine Organisation.

Gründertalk: Frau Pfennig, was unterscheidet ein Bestattungsinstitut von anderen Dienstleistungsbetrieben?

Christina Pfennig: 

Der größte Unterschied ist die emotionale Ausgangslage der Angehörigen, die zu uns kommen. Wer uns kontaktiert, hat gerade einen Menschen verloren. Das verändert die gesamte Beratungssituation. Wir verkaufen kein Produkt im klassischen Sinn, sondern begleiten Familien durch eine Ausnahmesituation. Trotzdem ist unser Betrieb ein Betrieb mit klaren Abläufen: Überführungen, Behördengänge, Friedhofsabstimmungen, Trauerfeiern. Diese Doppelrolle aus emotionaler Begleitung und organisatorischer Präzision macht den Beruf aus.

Gründertalk: Wie sind Sie in die Branche gekommen?

Christina Pfennig: 

Ich habe früh gemerkt, dass mir der Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenslagen liegt und dass ich gleichzeitig gerne strukturiere. In unserer Branche braucht man beides. Wer nur Empathie mitbringt, scheitert an der Organisation. Wer nur organisiert, verliert die Familien. Wittenburg Bestattungen ist über die Jahre gewachsen; heute betreuen wir Angehörige in Berlin-Köpenick, Treptow und Baumschulenweg mit einem festen Team.

Gründertalk: Welche Themen werden in serviceintensiven Branchen häufig unterschätzt?

Christina Pfennig: 

Drei Dinge fallen mir sofort ein:

  • Erreichbarkeit: Trauerfälle halten sich nicht an Bürozeiten. Unsere telefonische Rufbereitschaft gilt rund um die Uhr  Beratungsgespräche vereinbaren wir Mo–Fr 9–17 Uhr  das ist Teil unseres Versprechens.
  • Prozesssicherheit: Behördliche Fristen, Friedhofsverwaltungen, Urkunden  ein Fehler in der Kette verzögert alles.
  • Kommunikation: Angehörige brauchen klare, verständliche Sprache, keine Floskeln. Das gilt für jede Dienstleistung mit hoher emotionaler Beteiligung.

Wer diese Punkte unterschätzt, verliert Vertrauen schneller, als er es aufbauen kann. Gerade in einer so persönlichen Branche wie unserer ist Vertrauen aber die wichtigste Grundlage.

Gründertalk: Wie organisieren Sie die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit?

Christina Pfennig: 

Über klare Rufbereitschaften im Team und einfache Erreichbarkeit per Telefon. Wir verzichten bewusst auf komplizierte Hotline-Strukturen. Wer anruft, soll innerhalb kurzer Zeit eine reale Ansprechperson erreichen, die zuhört und die nächsten Schritte erklärt. Das ist organisatorisch anspruchsvoll, aber für unsere Arbeit entscheidend  gerade im Trauerfall zählt jede Stunde.

Gründertalk: Welche Rolle spielt der lokale Bezug für Ihre Arbeit?

Christina Pfennig: 

Eine sehr große. Bestattungen sind ein zutiefst lokales Geschäft, weil Friedhöfe, Behörden und Familien meist im gleichen Stadtteil verankert sind. Wir kennen die Abläufe in den Berliner Bezirken, die Friedhofsverwaltungen in Köpenick, Treptow und Baumschulenweg sowie die regionalen Besonderheiten. Das spart Angehörigen Zeit und Nerven  und genau darum geht es uns: spürbare Entlastung in einer Situation, in der Kraft und Konzentration ohnehin knapp sind.

Gründertalk: Wie gehen Sie mit der zunehmenden Vielfalt an Bestattungswünschen um?

Christina Pfennig: 

Wir bieten klassische Erd- und Feuerbestattungen an und gestalten jede Trauerfeier nach den Wünschen der Familie. Manche möchten eine schlichte Beisetzung, andere eine individuelle Zeremonie mit persönlicher Musik und freier Rede. Unsere Aufgabe ist es, zuzuhören und dann zu zeigen, was im gesetzlichen und organisatorischen Rahmen möglich ist. Wir drängen niemandem etwas auf  im Mittelpunkt steht der Mensch, von dem Abschied genommen wird, und die Familie, die ihn verabschiedet.

Gründertalk: Was raten Sie Angehörigen, die zum ersten Mal einen Trauerfall organisieren müssen?

Christina Pfennig: 

Sich nicht unter Druck setzen lassen. Vieles wirkt im ersten Moment unüberschaubar  Behörden, Fristen, Friedhof, Trauerfeier. Genau dafür sind wir da. Rufen Sie früh an, auch wenn noch nicht alles klar ist. In einem ersten Gespräch ordnen wir gemeinsam, was wirklich sofort erledigt werden muss und was Zeit hat. Und: Holen Sie sich Menschen an Ihre Seite, denen Sie vertrauen  in der Familie, im Freundeskreis, und im Bestattungsinstitut.

Gründertalk: Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer Branche?

Christina Pfennig: 

Die Branche wird persönlicher und gleichzeitig digitaler. Familien informieren sich häufig vorab online, vergleichen, lesen FAQ-Seiten und Bewertungen. Gleichzeitig nehmen wir einen Wunsch nach individueller Gestaltung wahr. Beides verlangt von uns, transparent zu kommunizieren und zugleich handwerklich verlässlich zu arbeiten. Wer das verbindet, wird auch langfristig gebraucht.

Gründertalk: Frau Pfennig, vielen Dank für das Gespräch.

Christina Pfennig: 

Sehr gern.




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