Wer eine eigene Fachpraxis aufbaut, muss aus Ausbildung und Interessen ein verständliches Angebot formen. Ebenso wichtig ist es, die Grenzen der eigenen Tätigkeit kenntlich zu machen. Bei Hashimoto ist das besonders relevant: Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben, und die Funktion der Schilddrüse muss medizinisch eingeordnet werden. Betty Timpe ist Heilpraktikerin in Berlin-Charlottenburg. Im Gespräch geht es um ihr Praxisprofil, die Vorbereitung von Terminen sowie die Chancen und Grenzen einer komplementären Therapie im Verhältnis zur schulmedizinischen Behandlung.
Vom Ausbildungsweg zum Praxisprofil
Gründertalk: Welche fachlichen Stationen stehen hinter dem heutigen Angebot deiner Praxis?
Betty Timpe: Meine Ausbildung zur Heilpraktikerin habe ich von 2013 bis 2016 absolviert und 2016 mit der amtsärztlichen Überprüfung abgeschlossen. Seit 2021 führe ich meine eigene Praxis. Dazu kommen Aus- und Weiterbildungen in Bereichen wie Ernährungstherapie, Darmberatung, Phytotherapie und Frauenheilkunde, und aktuell mache ich eine Fortbildung in funktioneller Medizin. Diese Themen bilden unterschiedliche Zugänge, die sich in meiner Arbeit zu einem ursachenorientierten Ansatz verbinden. Für das Praxisprofil ist entscheidend, die einzelnen Bereiche verständlich zu benennen und fachlich fundiert zu vertreten. Wer nach einer Begleitung sucht, soll erkennen können, mit welchen Themen sich die Praxis beschäftigt und welche Qualifikation dahintersteht.
Gründertalk: Wie zeigt sich diese fachliche Ausrichtung im Angebot?
Betty Timpe: Zu den Schwerpunkten der Praxis gehören Frauengesundheit, Ernährung und Darmgesundheit sowie Schilddrüsenerkrankungen einschließlich Hashimoto. Das Angebot ist damit breiter als ein einzelnes Krankheitsbild, aber klar strukturiert, sodass Interessierte schnell prüfen können, ob ihr Anliegen hier gut aufgehoben ist. Im Sinne der funktionellen Medizin betrachte ich diese Bereiche nicht isoliert, sondern als eng verbundenes System. Grundlage ist eine fundierte Labordiagnostik in Kooperation mit spezialisierten Laboren, aus der ich einen individuellen Behandlungsplan ableite, häufig mit einer gezielten Mikronährstofftherapie.
Hashimoto verstehen, ohne Beschwerden vorschnell zuzuordnen
Gründertalk: Was macht die Einordnung von Beschwerden bei Hashimoto schwierig?
Betty Timpe: Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit oder Veränderungen des Gewichts können Anlass sein, die Schilddrüse untersuchen zu lassen. Für sich genommen beweist keines dieser Symptome eine Hashimoto-Thyreoiditis, denn ähnliche Beschwerden treten auch bei anderen gesundheitlichen Problemen auf. Umgekehrt fühlen sich manche Betroffene trotz gut eingestellter Hormonwerte weiterhin erschöpft. Das kann darauf hinweisen, dass weitere Faktoren wie der Darm, die Nährstoffversorgung oder stille Entzündungsprozesse eine Rolle spielen. Wer nach einem Hashimoto Spezialist in Berlin sucht, trifft auf unterschiedliche Berufsgruppen. In meiner Praxis ist Hashimoto ein fester Bestandteil meiner Arbeit, und ich suche dabei gezielt nach solchen Ursachen. Die ärztliche Diagnose und die Einstellung der Medikation bleiben davon unberührt.
Gründertalk: Welche Befunde sind für eine medizinische Einordnung wichtig?
Betty Timpe: Neben den Beschwerden spielen vor allem die Laborwerte eine zentrale Rolle, insbesondere das Steuerhormon TSH und die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4. Auch Antikörper gegen Bestandteile der Schilddrüse, etwa TPO-, Tg- und TRAK-Antikörper, können wichtige Hinweise geben. Je nach Fragestellung ergänze ich speziellere Parameter wie das reverse T3. Es zeigt, ob der Körper das Speicherhormon möglicherweise vermehrt in eine inaktive Form umwandelt. Unverzichtbar für eine gesicherte Diagnose ist zudem die Ultraschalluntersuchung beim Haus- oder Facharzt, die Größe und Gewebestruktur des Organs sichtbar macht. Die Patientenbroschüre der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie zu Hashimoto erläutert, wie Hormonwerte, Antikörper und Ultraschall bei der Diagnose zusammenspielen. In meiner Praxis biete ich eine umfassende Schilddrüsendiagnostik in Kooperation mit Fachlaboren an. Die Ergebnisse werte ich nach funktionellen Maßstäben im Gesamtzusammenhang aus, statt einzelne Zahlen isoliert zu betrachten.
Was ergänzende Begleitung leisten kann – und wo Grenzen liegen
Gründertalk: Was bedeutet „ganzheitliche Begleitung“ bei einem Schilddrüsenthema, ohne daraus ein Heilversprechen zu machen?
Betty Timpe: Ganzheitlich heißt für mich als Heilpraktikerin, neben der Schilddrüse auch Ernährung, Darmgesundheit, Stressbelastung und Lebensumstände in den Blick zu nehmen. Auf Grundlage der Befunde erstelle ich ein individuelles Konzept, das zum Beispiel Ernährungstherapie, Mikronährstoffe und Phytotherapie miteinander verbindet. Ziel ist es, mögliche Einflussfaktoren zu erkennen und abgestimmt auf die individuelle Situation gezielt zu behandeln. Eine Hashimoto-Thyreoiditis zu heilen oder eine notwendige Hormontherapie zu ersetzen, kann und will ich nicht versprechen. Patientinnen und Patienten sollten nachvollziehen können, wofür mein Angebot gedacht ist. Diese Klarheit schützt auch vor der Erwartung, eine einzelne Maßnahme könne sämtliche Beschwerden erklären oder beheben.
Gründertalk: Welche Rolle spielt die ärztliche Behandlung, wenn eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt?
Betty Timpe: Bei einer manifesten Unterfunktion stehen dem Körper nicht genügend Schilddrüsenhormone zur Verfügung. Bei einer subklinischen Unterfunktion kann fT4 noch im Normbereich liegen, während das TSH bereits erhöht ist. Besteht ein behandlungsbedürftiger Hormonmangel, wird dieser in der Regel mit Schilddrüsenhormon ausgeglichen, häufig mit Levothyroxin. Da es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament handelt, liegen Verordnung, Einstellung und Kontrolle in ärztlicher Hand. Verordnete Medikamente sollten deshalb niemals eigenmächtig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden. Meine Arbeit setzt parallel dazu an: Während die medikamentöse Behandlung den Mangel ausgleicht, kümmere ich mich um das, was das Krankheitsgeschehen möglicherweise mitbeeinflusst. Verändern sich die Werte im Verlauf, bespreche ich das mit meinen Patientinnen und Patienten, damit sie die Medikation überprüfen lassen können. So ergänzen sich beide Seiten sinnvoll, und die Zuständigkeiten bleiben dennoch klar.
Vorbefunde, Termine und klare Abläufe
Gründertalk: Was hilft bei der Vorbereitung eines ersten Termins?
Betty Timpe: Vorhandene Laborwerte, Arztbriefe und eine Übersicht über aktuelle Medikamente und Nahrungsergänzungen können zum Termin mitgebracht oder vorab übermittelt werden. So liegt bereits dokumentiert vor, welche Untersuchungen erfolgt sind und welche Fragen sich daraus ergeben. Wer wegen einer Schilddrüsenthematik kommt, muss sich nicht allein auf die Erinnerung an einzelne Zahlen verlassen. Sinnvoll ist außerdem, das eigene Anliegen möglichst konkret zu beschreiben: Geht es um eine bestehende Diagnose, um Beschwerden oder um Fragen zu bereits vorliegenden Befunden? Das Gespräch kann dadurch an den tatsächlich verfügbaren Informationen anknüpfen. Die Unterlagen ersetzen keine ausführliche Anamnese, für die ich mir im Erstgespräch bewusst Zeit nehme, erleichtern aber die Orientierung.
Gründertalk: Was sagt die Terminorganisation über ein spezialisiertes Praxisangebot aus?
Betty Timpe: Die Praxis befindet sich in Berlin-Charlottenburg, Termine finden nach Vereinbarung statt. Gebucht werden kann bequem online über Doctolib oder telefonisch, sodass der nächste Schritt für Interessierte unkompliziert ist. Auf meiner Website finden sich außerdem Informationen zu Ablauf und Kosten, damit vorab klar ist, was auf einen zukommt. Gerade bei einem spezialisierten Angebot halte ich diese Transparenz für wichtig: Wer sich mit einem komplexen Thema wie Hashimoto an mich wendet, sollte nicht nur wissen, wofür die Praxis fachlich steht, sondern auch, wie der Weg dorthin aussieht. Gute Organisation schafft Vertrauen, noch bevor das erste Gespräch stattgefunden hat.
Was Gründerinnen und Gründer aus einem spezialisierten Angebot mitnehmen können
Gründertalk: Was lässt sich aus diesem Praxisprofil für die Beschreibung einer selbstständigen Dienstleistung ableiten?
Betty Timpe: Ein Schwerpunkt wird greifbar, wenn Ausbildung, Erfahrung und eine nachvollziehbare Arbeitsweise miteinander verbunden sind. Wer sich beispielsweise mit Schilddrüsenerkrankungen beschäftigt, sollte nicht nur das Stichwort Hashimoto nennen, sondern auch zeigen, wie die eigene Arbeit konkret aussieht. Bei mir ist das die Auseinandersetzung mit den biochemischen Zusammenhängen im Körper, mit der ich die ärztliche Diagnostik und Behandlung um die Frage nach möglichen Ursachen ergänze. Das gilt über eine Naturheilpraxis hinaus: Spezialisierung ist für Kundinnen und Kunden erst dann hilfreich, wenn sie eine Entscheidung erleichtert. Eine präzise Beschreibung weckt realistische Erwartungen, ohne Ergebnisse zu versprechen, die keine Dienstleistung garantieren kann.
Gründertalk: Welcher Gedanke ist dir beim Umgang mit gesundheitlichen Beschwerden besonders wichtig?
Betty Timpe: Beschwerden ernst zu nehmen heißt für mich, nach ihren Ursachen zu suchen, statt sie vorschnell einzuordnen. Viele Menschen, die zu mir kommen, haben bereits einen langen Weg hinter sich und hören oft, ihre Werte seien unauffällig. Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung gehört die ärztliche Abklärung selbstverständlich dazu, und bei einer bereits behandelten Unterfunktion bleibt die medizinische Betreuung eine wichtige Säule. Ich ergänze sie dort, wo es um die Hintergründe geht. Wer offen zeigt, was die eigene Arbeit leisten kann und wo ihre Grenzen liegen, wirbt nicht mit einfachen Antworten auf komplexe Probleme, sondern schafft eine ehrliche Basis für die Zusammenarbeit mit Patientinnen und Patienten.
Lass uns sprechen!
Du bist Gründer, Unternternehmer oder hast ein Startup? Dann lass und gerne über deine Vision sprechen und mit unseren Lesern teilen!