Uncle Sam Gründer Robert Geiss – Vom Bodybuilding-Textilunternehmer zum Reality-Millionär
Kindheit, Ausbildung und die ersten Schritte ins Unternehmertum
Robert Geiss wurde in Köln geboren und wuchs in einem bürgerlichen Umfeld auf. Bereits als Jugendlicher war er ein Macher – jemand, der lieber Dinge anpackt, als lange darüber zu reden. Nach dem Besuch der Hauptschule begann er zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei einer Kölner Versicherung, doch schnell wurde ihm klar: Der klassische Weg war nichts für ihn. Er wollte sein eigenes Ding machen.
Anfang der 1980er-Jahre begann in Deutschland der Fitness- und Bodybuilding-Boom. Menschen wie Arnold Schwarzenegger waren Ikonen, und mit dem neuen Lebensstil entstand auch ein ganz neuer Modemarkt: Sportliche, auffällige Kleidung für Kraftsportler. Robert erkannte diese Marktlücke – gemeinsam mit seinem Bruder Michael gründete er 1986 das Label Uncle Sam.
Der Aufstieg von Uncle Sam zur Kultmarke
Uncle Sam war eine echte Pioniermarke. Während sich andere Modelabels auf Alltagskleidung fokussierten, sprachen Robert und Michael Geiss eine völlig neue Zielgruppe an: Fitnessstudios, Bodybuilder und junge Männer, die sich mit Muskelkraft und urbanem Lifestyle identifizierten. Die Kleidung war auffällig, farbenfroh, sportlich – und genau das, was die Zeit verlangte.
Durch gezielte Promotion und ein gutes Gespür für den Markt entwickelte sich Uncle Sam rasant. Bereits in den 1990er-Jahren beschäftigte das Unternehmen mehr als 2.000 Mitarbeiter. Die Brüder expandierten europaweit. Uncle Sam wurde zum Synonym für Fitnessmode – lange vor der heutigen „Athleisure“-Bewegung.
Der große Durchbruch kam mit der wachsenden Akzeptanz von Bodybuilding in der Mitte der Gesellschaft. Uncle Sam kleidete die Stars der Szene ein und wurde in zahlreichen Studios verkauft. 1995 schließlich verkauften die Brüder Geiss die Marke für einen dreistelligen Millionenbetrag – laut Schätzungen um die 140 Millionen D-Mark. Das war der Startschuss für ein Leben in Luxus und Freiheit.
Hat Robert Geiss Uncle Sam zurückgekauft?
Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass Robert Geiss die Marke Uncle Sam später zurückgekauft habe. Tatsächlich stimmt das nicht. Zwar hat sein Bruder Michael Geiss die Markenrechte im Jahr 2004 zurückerworben, doch Robert selbst widmete sich anderen Projekten. Heute gehört Uncle Sam offiziell zur Uncle Sam GmbH, der operative Vertrieb erfolgt über die LICUS GmbH mit Sitz in Norderstedt. Diese wiederum ist Teil der LF Europe (Germany) Services GmbH, einer Tochter des globalen Handelsunternehmens Li & Fung Limited.
Michael Geiss ist nach wie vor als Markeninhaber aktiv, während Robert eigene unternehmerische Wege ging.
Neue Wege: Immobilien, Mode und Medien
Nach dem Verkauf von Uncle Sam nutzte Robert sein Kapital strategisch. Er investierte zunächst in Immobilien – kaufte Wohnungen und Häuser in Europa, insbesondere an der Côte d’Azur, renovierte sie hochwertig und verkaufte sie mit Gewinn weiter. Auch am Aktienmarkt ist Robert laut eigenen Aussagen aktiv.
2013 zog es ihn zurück in die Modewelt: Mit der Marke Roberto Geissini gründete er ein Streetwear-Label, das eine Mischung aus rockigem Lifestyle und Edgyness verkörpert – auffällige Prints, Totenköpfe, Ketten-Designs und klare Statements. Die Mode ist inspiriert von Robert selbst – laut, selbstbewusst und luxuriös.
Zudem entwickelte er ein Parfum, veröffentlichte Accessoires und pflegte den Markenauftritt rund um seine Person.
Medienpräsenz durch „Die Geissens“
Seit 2011 kennt ihn praktisch jeder aus dem deutschen Fernsehen: Mit seiner Frau Carmen und den beiden Töchtern Davina und Shania ist Robert der Star der RTL2-Doku-Soap „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“. Die Sendung zeigt das Leben der Familie zwischen Saint-Tropez, Monaco, Dubai und Miami – inklusive Yachten, Sportwagen und Designer-Villen.
Was viele nicht wissen: Auch diese Show ist ein strategisches Business. Robert hat früh verstanden, dass Personal Branding mehr ist als nur Ruhm. Die TV-Präsenz stärkt die eigenen Marken, sorgt für Reichweite und lässt sich gewinnbringend in Werbung und Produktplatzierungen umwandeln.
Unternehmer durch und durch – ohne Investoren
Bemerkenswert an Roberts Weg ist: Er hat alles selbst aufgebaut. Anders als viele moderne Start-ups hat er nie auf externe Investoren gesetzt oder sich auf Wagniskapital verlassen. Der Aufbau von Uncle Sam war bootstrapped – also mit eigenem Kapital und viel harter Arbeit. Auch seine späteren Investments finanzierte er eigenständig, was ihm volle Kontrolle über seine Projekte sicherte.
Robert hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er kein „Buchunternehmer“ ist. Er vertraut auf seine Instinkte, seine Erfahrung – und auf seine Frau Carmen, die nicht nur seine Lebenspartnerin, sondern auch seine Businesspartnerin ist.
Persönliches und Hobbys
Privat ist Robert ein leidenschaftlicher Autofan. Seine Garage beherbergt eine Sammlung aus Luxuskarossen – von Ferrari über Bentley bis hin zu seltenen Oldtimern. Auch das Wassersportleben auf der eigenen Yacht gehört zu seinen großen Leidenschaften.
Was ihn aber wirklich auszeichnet, ist seine Fähigkeit zur Inszenierung. Robert lebt seinen Lebensstil bewusst öffentlich. Er polarisiert, provoziert – und bleibt dabei doch immer unternehmerisch. Selbstironisch sagt er über sich selbst: „Ich bin der coolste Unternehmer der Welt.“
Mit seinen Töchtern arbeitet er aktuell an neuen Projekten. Beide Mädchen bauen ihre Social-Media-Präsenz aus und entwerfen eigene Mode – unter den wachsamen Augen von Papa Robert.
Wichtige Quellen
- Wikipedia: Robert Geiss
- Wikipedia: Uncle Sam (Modemarke)
- uamr.de – Wem gehört Uncle Sam?
- vermoegenmagazin.de – Robert Geiss Vermögen
- mannheim24.de – Die Geissens und Uncle Sam
- roberto-geissini.de – Offizielle Website
- Bildquelle: https://robertogeissini.de/
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