Sicherheit von Anfang an: Ein Interview mit Thomas Fischer, Geschäftsführer der WSM Wachschutz GmbH Mittweida

Wer ein Unternehmen gründet, denkt zuerst an Finanzierung, Personal und Kundengewinnung. Die Sicherheit des Betriebsgeländes, der Baustelle oder der eigenen Veranstaltung rückt dagegen oft erst in den Fokus, wenn bereits etwas passiert ist. Dabei lassen sich viele Risiken frühzeitig und mit überschaubarem Aufwand begrenzen  und zwar von Anfang an: Bereits bei der Standortwahl, im Bau und bei Veranstaltungen entstehen Schutzbedarfe, die sich planmäßig abdecken lassen. Im Gespräch mit Gründertalk ordnet Thomas Fischer, Geschäftsführer der WSM Wachschutz GmbH Mittweida, ein, an welchen Punkten im Unternehmensaufbau Sicherheitsfragen konkret werden, welche Leistungen junge Unternehmen in Sachsen typischerweise benötigen und woran sich ein seriöser Sicherheitsdienstleister erkennen lässt.

Kurzvorstellung: WSM Wachschutz und Thomas Fischer

Die WSM Wachschutz GmbH ist seit 1993 als Bewachungsunternehmen in Sachsen tätig und beschäftigt heute rund 500 Mitarbeiter. Der Hauptsitz liegt in Mittweida, dazu kommen Standorte in Brand-Erbisdorf, Döbeln und Espenhain sowie eine Filiale in Leipzig (Kossaer Straße 2). Als Sicherheitsdienst in Leipzig und im übrigen Servicegebiet betreut das Unternehmen Firmen, öffentliche Auftraggeber und Einrichtungen in der Region und ist kalendertäglich rund um die Uhr erreichbar. Das Leistungsspektrum der WSM Wachschutz GmbH reicht vom klassischen Wachschutz über eine eigene Notruf- und Serviceleitstelle bis zu Reinigung, Hausmeisterservice, Landschaftspflege, Betreuungsleistungen und Arbeitnehmerüberlassung. Damit richtet sich WSM auch an wachsende Unternehmen, die Sicherheits- und Betriebsthemen gebündelt an einen Partner vergeben wollen. Geschäftsführer ist Thomas Fischer, mit dem wir über die Rolle von Sicherheit in der Gründungs- und Aufbauphase gesprochen haben.

Sicherheit als Thema für Gründer: Wann wird es relevant?

Gründertalk: Herr Fischer, viele Gründer schieben das Thema Sicherheit vor sich her. An welchen Punkten im Unternehmensaufbau wird es aus Ihrer Sicht konkret?

Thomas Fischer: In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Sicherheit erst thematisiert wird, wenn bereits ein Schaden eingetreten ist – etwa nach einem Einbruch auf einer Baustelle oder nach unbefugtem Zutritt zum Betriebsgelände. Dabei gibt es typische Situationen, in denen Gründer und junge Unternehmen von Anfang an betroffen sind: Wer ein neues Betriebsgelände bezieht, braucht klare Regelungen für den Zutritt  hier lohnt es sich, die Schließanlage und Zutrittskontrolle frühzeitig zu planen. Wer baut oder umbaut, hat Material, Maschinen und Werkzeuge auf der Baustelle, die nachts und am Wochenende unbeaufsichtigt sind. Und wer eine Veranstaltung oder Messe ausrichtet, trägt Verantwortung für die Sicherheit der Besucher. In all diesen Fällen ist es wirtschaftlicher, den Schutz frühzeitig zu planen, statt nach einem Vorfall zu reagieren.

Gründertalk: Was raten Sie Unternehmen, die gerade erst anfangen und mit begrenztem Budget arbeiten?

Thomas Fischer: Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Werte befinden sich auf dem Gelände, wer hat zu welchen Zeiten Zutritt, welche Phasen sind kritisch? Auf dieser Grundlage lässt sich ein Einsatzplan erstellen, der zum tatsächlichen Bedarf passt – das kann eine mobile Kontrollfahrt sein, die Anbindung der Alarmanlage an eine Leitstelle oder ein dauerhafter Objektschutz. Nicht jeder Betrieb braucht jede Leistung, aber jeder Betrieb sollte wissen, welche Risiken er trägt und wie er sie begrenzt.

Leistungen im Überblick: Von Objektschutz bis Notrufleitstelle

Gründertalk: Welche Leistungen fragen Unternehmen bei Ihnen am häufigsten nach?

Thomas Fischer: Das Kerngeschäft ist der klassische Objekt- und Werkschutz: die Bestreifung und Absicherung von Gewerbeobjekten, Betriebsgeländen, Baustellen und Wohnanlagen durch geschultes Wachpersonal, einschließlich der Zutrittskontrolle und des Schutzes von Sachwerten. Dazu kommen Empfangs- und Pfortendienste, der mobile Revierdienst mit Kontrollfahrten sowie Personal für Veranstaltungsschutz und Messedienst. Wir betreuen Firmen, öffentliche Auftraggeber und Einrichtungen gleichermaßen: Jeder Auftrag wird so geplant, dass Reaktionszeiten kurz bleiben und ein fester Ansprechpartner erreichbar ist. Auf Wunsch unterstützen wir auch Objekte mit erhöhten Schutzanforderungen, etwa im Umfeld kritischer Infrastrukturen wie Energieversorgern oder Verkehrsbetrieben.

Gründertalk: Sie betreiben außerdem eine eigene Notruf- und Serviceleitstelle. Was bedeutet das für die Auftraggeber?

Thomas Fischer: Unsere Leitstelle ist nach VdS 3138 anerkannt und kalendertäglich rund um die Uhr besetzt. Videoüberwachung, Einbruchmeldeanlage und Brandmeldeanlage unserer Kunden werden an sie angebunden; eingehende Alarmmeldungen werden dort verarbeitet und die zuvor vereinbarten Maßnahmen veranlasst. Die Einsätze koordinieren wir direkt über unsere Leipziger Filiale sowie zentral vom Hauptsitz in Mittweida aus; die laufende Betreuung läuft über die Leitstelle. Für die Auftraggeber bedeutet das dokumentierte Abläufe, kurze Wege und für jedes Objekt einen individuell abgestimmten Einsatzplan.

Woran Unternehmen einen seriösen Sicherheitsdienstleister erkennen

Gründertalk: Der Markt für Sicherheitsdienste ist groß. Woran erkennen Unternehmen einen Anbieter, mit dem sie langfristig arbeiten können?

Thomas Fischer: Ich rate dazu, auf nachprüfbare Kriterien zu achten statt auf Versprechen. Vier Punkte halte ich für entscheidend:

  • Zertifizierungen: Ein Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 zeigt, dass Prozesse dokumentiert und regelmäßig geprüft werden. Sicherheitsdienstleistungen nach DIN 77200 folgen einer festen Norm, und eine Leitstelle mit Anerkennung nach VdS 3138 erfüllt definierte technische und personelle Anforderungen.
  • Geschultes Personal: Wachpersonal sollte regelmäßig geschult und passend zum Auftrag eingesetzt werden, ob im Wachdienst, im Werkschutz oder bei Veranstaltungen.
  • Feste Ansprechpartner: Seriöse Anbieter benennen einen festen Ansprechpartner und erstellen einen transparenten, auf das Objekt zugeschnittenen Einsatzplan.
  • Erreichbarkeit: Sicherheitsfragen entstehen nicht nur zu Bürozeiten. Eine rund um die Uhr besetzte Leitstelle ist ein starkes Indiz für verlässliche Strukturen.

Gründertalk: Wie wichtig ist dabei die regionale Nähe des Anbieters?

Thomas Fischer: Sehr wichtig. Ein Dienstleister aus der Region ist im Ernstfall schnell vor Ort und kennt die Gegebenheiten. Wir sind mit dem Hauptsitz in Mittweida, der Filiale in Leipzig und den Standorten Brand-Erbisdorf, Döbeln und Espenhain so aufgestellt, dass Abstimmungswege kurz bleiben und die Einsätze vor Ort fest verankert sind. Auch das ist aus meiner Sicht ein Kriterium: Ein Anbieter sollte erklären können, wie er im konkreten Einsatzgebiet erreichbar und präsent ist.

Mehr als Wachschutz: Facility-Leistungen für wachsende Unternehmen

Gründertalk: Neben dem Wachschutz bieten Sie auch Reinigung, Hausmeisterservice und Landschaftspflege an. Warum ist diese Kombination gerade für wachsende Unternehmen attraktiv?

Thomas Fischer: Weil beim Aufbau eines Standorts viele Aufgaben gleichzeitig anfallen. Wer ein neues Betriebsgelände bezieht, muss nicht nur den Zutritt regeln, sondern auch die Gebäudereinigung organisieren, die Außenanlagen pflegen und kleinere Reparaturen koordinieren. Über uns lassen sich diese Leistungen bündeln: Wachschutz und Notrufleitstelle ebenso wie Hausmeisterservice, Reinigung, Landschaftspflege mit Kommunaltechnik und  bei personellen Engpässen  auch die Arbeitnehmerüberlassung. Für die Auftraggeber bedeutet das einen zentralen Ansprechpartner und kurze Abstimmungswege, statt mehrere Dienstleister parallel zu koordinieren.

Gründertalk: Müssen Unternehmen dabei gleich mehrere Leistungen auf einmal buchen?

Thomas Fischer: Nein, die Bereiche lassen sich einzeln beauftragen oder mit einem bestehenden Wachschutzauftrag kombinieren. Viele Kunden starten mit einer Leistung und erweitern später, wenn der Betrieb wächst. Gerade für junge Unternehmen ist das praktikabel, weil sich der Umfang an der eigenen Entwicklung orientiert und nicht umgekehrt.

Das Gespräch mit Thomas Fischer zeigt: Sicherheit ist kein Thema für später, sondern ein Baustein sauberer Unternehmensplanung. Wer Standort, Baustelle oder Veranstaltung frühzeitig absichert, vermeidet Schäden, die ein junges Unternehmen in der Aufbauphase doppelt treffen. Der erste Schritt ist dabei keine große Investition, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Risiken  und die Wahl eines Anbieters, der seine Standards nachweisen kann.




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